Was technische Unsicherheit bedeutet
Technische Unsicherheit liegt vor, wenn zu Beginn eines Vorhabens nicht feststeht, ob und wie ein angestrebtes Ergebnis technisch erreichbar ist. Es gibt keine bekannte, erprobte Lösung, und ein erfahrener Fachmann könnte das Problem nicht ohne systematische Entwicklung lösen. Genau diese Ungewissheit unterscheidet Forschung und Entwicklung von der bloßen Anwendung bekannten Wissens.
Beispiele
Technische Unsicherheit zeigt sich zum Beispiel, wenn:
- ein Algorithmus mit ungewissem Ergebnis entwickelt werden muss, weil kein bekanntes Verfahren passt;
- ein Material oder Bauteil unter neuen Bedingungen funktionieren soll, ohne dass klar ist, ob es gelingt;
- mehrere Lösungswege ausprobiert werden müssen, weil keiner offensichtlich zum Ziel führt;
- Skalierungs- oder Integrationsprobleme auftreten, für die es keine erprobte Lösung gibt.
Abgrenzung zur Routine
Keine technische Unsicherheit liegt vor, wenn ein Problem mit bekannten Methoden lösbar ist – auch wenn das viel Arbeit macht. Die Anwendung etablierter Verfahren, Standard-Implementierung oder reine Konfiguration zählt nicht. Wichtig ist auch: Wirtschaftliche oder organisatorische Unsicherheit (etwa ob sich etwas rechnet) genügt nicht – die Unsicherheit muss technisch oder wissenschaftlich sein.